Erinnern, Verstehen, Verantwortung übernehmen
Von 20. bis 23. Jänner 2026 begaben sich die Klassen 5HSB, 5HTA und 4HSA gemeinsam mit dem Verein Gedenkdienst auf eine eindrucksvolle und tief bewegende Studienfahrt zu den Holocaust-Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau.
Bereits die klirrende Kälte vor Ort ließ die unmenschlichen Lebens- und Haftbedingungen in den Lagern Auschwitz I und Auschwitz II-Birkenau erahnen und machte das unvorstellbare Leid der Opfer auf beklemmende Weise spürbar. Im Rahmen fachkundiger Führungen setzten sich die Schüler:innen intensiv mit der Geschichte der Lager, den Verbrechen des Nationalsozialismus und dem industriellen Massenmord auseinander. Die Vielzahl an Fragen, Eindrücken und Emotionen wurde an den Abenden in gemeinsamen Reflexionsphasen aufgegriffen und vertieft.
Eine besondere Perspektive eröffnete der Film „The Zone of Interest“, der das Leben der Familie des Lagerkommandanten Rudolf Höß thematisiert. Die Auseinandersetzung mit der Täter:innenperspektive ermöglichte es den Schüler:innen, sich kritisch mit Mechanismen von Verdrängung, Normalisierung und moralischer Gleichgültigkeit auseinanderzusetzen.
Gegen Ende der Reise rückte auch das jüdische Leben vor und nach der Shoah in den Fokus: Bei geführten Besuchen des Jüdischen Museums in Oświęcim sowie des jüdischen Viertels in Krakau erhielten die Schüler:innen Einblicke in Kultur, Alltag und Geschichte der polnischen Juden – und in die systematische Verfolgung und Zerstörung dieser Lebenswelten.
Die immer wiederkehrende Frage nach dem „Warum?“ wird wohl niemals vollständig beantwortet werden können. Doch die drei Klassen gingen dieser Frage mit großem Interesse, Respekt und Engagement nach und ergründeten unter fachkundiger Begleitung, wie aus Alltagsrassismus und Antisemitismus ein unfassbarer Genozid entstehen konnte.
Eine zentrale Erkenntnis dieser Studienfahrt bleibt: Es sind individuelle Entscheidungen, Haltungen und Handlungen, die Gesellschaftssysteme formen. Diese Einsicht – ebenso wie die Verantwortung, die sich daraus für jede und jeden Einzelnen ergibt – zählt zu den nachhaltigen Lernerfahrungen, die diese Reise den Schüler:innen mitgegeben hat.
Die Studienfahrt leistete damit einen wichtigen Beitrag zur historisch-politischen Bildung, zur Stärkung demokratischer Werte und zu einem bewussten, verantwortungsvollen Umgang mit unserer Geschichte.



