Die Hertha Firnberg Schulen nahmen auch in diesem Schuljahr am internationalen Jugendprojekt Relais de la Mémoire Junior:innen – Die Erinnerung weitergeben teil. Das diesjährige Treffen führte Schüler:innen und Lehrpersonen nach Tournai in Belgien, wo Jugendliche aus mehreren europäischen Ländern zusammenkamen.

Das Projekt Relais de la Mémoire Junior:innen wurde von Politiker:innen, Nobelpreisträger:innen und Zeitzeug:innen des Holocaust ins Leben gerufen und verfolgt das Ziel, junge Menschen für die Bedeutung von Erinnerungskultur und demokratischen Grundwerten zu sensibilisieren. Im gemeinsamen Austausch setzen sich die Teilnehmer:innen mit historischen Erfahrungen von Verfolgung und Widerstand auseinander und diskutieren deren Relevanz für aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen.

Im Mittelpunkt des Treffens stand das Jahresthema „Aktuelle globale Krisen – Gefahr, dass die Demokratie ins Wanken gerät“. Dazu wurden Fragen rund um Rassismus, Ausgrenzung, Faschismus, Rechtsextremismus und Rechtspopulismus sowie deren Ursachen behandelt. Ein inhaltlicher Höhepunkt war der Vortrag des belgischen Politikwissenschafters Vincent Engel im Rathaus von Tournai, der faschistische Tendenzen in Europa und weltweit thematisierte.

Das Programm umfasste zudem Gespräche mit Zeitzeug:innen, Besuche von Gedenkstätten des Zweiten Weltkriegs sowie Workshops, in denen die Jugendlichen ihre Eindrücke kreativ und kritisch weiterverarbeiteten. Die Auseinandersetzung mit Geschichte diente dabei als Ausgangspunkt für Diskussionen über aktuelle demokratiepolitische Herausforderungen.

Einen besonderen Beitrag leisteten die Hertha Firnberg Schulen mit einer interaktiven Wienkarte zum Niedergang der Ersten Republik. Die mehrsprachige Präsentation wurde von den internationalen Teilnehmer:innen mit großem Interesse aufgenommen.

Die regelmäßigen Treffen im Rahmen von Relais de la Mémoire Junior:innen fördern den internationalen Austausch und stärken das politische und historische Bewusstsein junger Menschen. Für die beteiligten Schüler:innen bot das Treffen in Tournai eine wertvolle Gelegenheit, Perspektiven über Ländergrenzen hinweg kennenzulernen und gemeinsam Verantwortung für eine lebendige Erinnerungskultur zu übernehmen.